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Ein Geschichtlicher Überblick der Kelten

Die Kelten hatten den gleichen Glauben, gleiche Sprache und ähnliche gesellschaftliche und religiöse Bräuche; waren aber keine eigene Rasse. Unterschieden werden sie in Festlandskelten und Inselkelten.

Die Inselkelten besiedelten das heutige Großbritannien und Irland. Man vermutet, dass die Kelten im 5. Jahrhundert v. Chr. Britannien besiedelten und eine zweite Einwanderungswelle im 3. Jahrhundert v. Chr. erfolgte. Die letzte Einwanderung fand im 1. Jahrhundert v. Chr. statt. Archäologische Funde beweisen ihre Existenz allerdings erst ab dem 3.Jahrhundert v. Chr. Die Festlandkelten breiteten sich im 4. Jahrhundert v. Chr. in Richtung Südosten in Europa aus. Sie besetzten das Baltikum und die westliche Türkei. Alexander der Große soll einen keltischen Botschafter in Makedonien empfangen haben, was zu einem Friedensvertrag führte. Nach Alexanders Tod fühlten sich die Kelten an diesen Vertrag nicht mehr gebunden und sollen versucht haben das griechische Heiligtum in Delphi zu plündern, was durch einen Schneesturm verhindert wurde. Die Menschen glaubten, dass er durch Gott Apollo gesandt wurde. Man unterschied die Kelten nach den Gebieten in den sie wohnten. Die orientalischen Kelten wurden als Galatoi bezeichnet, weil sie in Galater lebten. Die westlichen Kelten nannte man Keltoi. Die französischen Kelten wurden Galli (Gallier) genannt, da sie in Gallien lebten. Die Belgae kamen ursprünglich aus dem heutigen Belgien, die Britanni aus England.

Zu Beginn des 3. Jahrhundert v. Chr. kontrollierten die Kelten ein sehr großes Gebiet, konnten es allerdings nicht halten. Die Gründe waren vielfältig: zum einen waren sie sehr schlecht organisiert, sie hatte keine zentrale Verwaltung. Jeder Stamm regierte sich selber, es gab kein großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Stämme kämpften oft gegeneinander, ihre Kriegsführung war weniger auf eine gemeinsame Strategie ausgelegt, sondern vielmehr auf die Ansammlung persönlichen Ruhmes. Sie lebten z.T. weit aus einander, schrieben nichts nieder und so wurde auch die Kommunikation untereinander erschwert. Gegen Ende des 3. Jahrhundert v. Chr. ging der Einflußbereich der Kelten in Europa zurück. Sie waren nun von mehreren Seiten bedroht: im Norden die Germanen, im Osten die Daker und im Süden die Römer. Die Römer, so vermutet man, haben die Stammesfehden geschürt, um ihre eigene Invasion zu erleichtern. Innerhalb eines Jahrhunderts verloren die Kelten einen sehr großen Teil ihres Gebietes, nur in Gallien und Britannien konnten sie fürs erste ihre Unabhängigkeit bewahren.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. eroberte J. Cäsar Gallien und die Bewohner wurden von nun an als Gallia bezeichnet und ins römische Reich eingegliedert. Ein Jahrhundert später eroberte Kaiser Claudius Britannien. Über die nächsten 4 Jahrhunderte zerstörten die Römer die keltische Kultur in diesen beiden Ländern. Die keltische Sprache war im 5. Jahrhundert in Gallien schon fast ausgestorben. In Britannien waren die Kelten an den Rand der Insel zurück gedrängt worden (Schottland, Wales und Südwestengland). Nach dem Sieg des römischen Großreiches über die Kelten wurde deren Kultur mit unglaublicher Härte verfolgt. Wer fliehen konnte zog sich überwiegend nach Irland und in die Bretagne zurück. Noch heute wird dort in einigen Teilen eine moderne Form der keltischen Sprache gesprochen. Das keltische Irland blieb von der Invasion verschont. Ihre Kultur, Traditionen und die Sprache blieben dort erhalten. Man bezeichnete die Sprache als Goidelisch (modern Gälisch). Die keltische Lebensform blieb in Irland weitgehend erhalten, auch nachdem das Land offiziell christlich wurde und Irisch die Schriftsprache.

Kriegskunst

Aber auch wenn sie vernichtet wurden, hatten ihre Gegner Respekt vor den Kelten. Sie wurden als starke Kämpfer und als eine kriegerische Gesellschaft beschrieben, die von mutigen Königen und Königinnen oder Aristokraten beherrscht wurden. Ihre Feinde beschrieben sie als ausdauernde, entschlossene und behende Kämpfer. Sie konnten meilenweit reiten und anschließend lange und hart kämpfen. Auf der Höhe ihrer Macht waren die Kelten unbarmherzig und sehr leistungsfähig.

Laut der Überlieferungen spiegelte sich der Stolz der Kelten im Kampf und in ihrer Kleidung wieder. Im Gallischen Krieg schrieb Cäsar: "Die Briten färben sich mit blauer Waid, so dass sie im Kampf Furcht erregender wirken. Sie tragen ihr Haar lang und mit Ausnahme des Kopfes und der Oberlippe ist der Körper rasiert." Diodor aus Sizilien, ein Zeitgenosse Cäsars beschrieb die Kelten: "groß und muskulös, mit heller Haut und blondem Haar, das sie künstlich aufhellen, indem sie es mit Limonenwasser waschen, sie binden die Haare von der Stirn auf den Kopf und nochmals im Nacken zurück....dadurch wird das Haar schwer und filzig und erinnert an eine Pferdemähne’. Ein anderer römischer Schreiber schreibt: "Da sie an Kleidung nicht gewöhnt sind, tragen sie Eisenornamente an Nacken und Brust, die als dekorativ und als Zeichen von Reichtum gelten. Sie tätowieren ihre Körper mit abstrakten Mustern und allen möglichen Tieren".

Die Krieger waren zum Teil sehr undiszipliniert und forderten feindliche Soldaten gern zum Zweikampf heraus. Nahm der Gegner an, trug der Kelte lauthals der Tradition folgend seine Ruhmestaten und die seiner Ahnen vor. Er betonte dabei seinen eigenen Mut und behandelte den Herausgeforderten herablassen. Demoralisierung und Einschüchterung waren ein wichtiger Bestandteil ihrer Kriegsführung. Laut Diodor erzeugten sie vor der Schlacht lauten Krach um ihre Gegner einzuschüchtern indem sie mit den Schwertern rhythmisch auf ihre Schilde schlugen und dabei schrieen oder sangen. Angeblich hatten sie auch Trompeten dabei die einen unangenehmen Klang hatten.

Jeder Krieger trug einen großen mit Bronzebeschlägen versehen Schild bei sich. Hinzu kamen Lanzen, Schwerter oder ein Dolch. Sie trugen bronzene oder eiserne Helme, die bei den höher gestellten Kriegern mit aufgesetzten Figuren (zum Beispiel einem Falken) verziert waren. Häufig kämpften sie nackt, nur mit einem Leibriemen und einem Torques (einem an einer Seite offenen Halsring aus Metall) bekleidet. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sie sich mit blauer Farbe bemalten. Ihre Nacktheit stellte eine Art Gebet dar, mit dem sie die Götter um Schutz und Hilfe anflehten. Ihren getöteten Feinden schnitten sie angeblich die Köpfe ab und hängten sie an die Hälse ihrer Pferde. Wahrscheinlich dienten sie rituellen Zwecken, da die Kelten glaubten der Kopf sei der Sitz der Seele.

Ihre Waffen waren ursprünglich aus Bronze, doch sobald die Technik der Eisenverarbeitung bei den Kelten Einzug hielt, entwickelten diese eine einzigartige Schmiedekunst. Unter anderem beherrschten sie die komplizierte Herstellung von Stahl und erzeugten stählerne zweischneidige Schwerter, die scharf und haltbar waren, sich kaum verbogen und selten abbrachen. Der Typ dieser keltischen Klinge blieb bis in die Feudalzeit hinein mit einigen kleinen Abwandlungen gebräuchlich. Des weiteren stellten sie auch Streitwagen her, die eine gefürchtete Offensivwaffe waren. Die Räder dieser Wagen waren mit eisernen oder bronzenen Reifen beschlagen die sie schnell und belastbar machte.

Gesellschaft und Religion

Die Gesellschaft der Kelten war mit dem Feudalismus vergleichbar. Ein Fürst herrschte als Kriegsherr von seiner Festung aus über ein gewisses Gebiet. Seine Macht beruhte sowohl auf seinem eigenen Reichtum, der sich in seinem Viehbestand ausdrückte, als auch auf dem Ansehen und dem Reichtum seiner Männer. Der Status seiner Edelleute hing von der Anzahl ihrer Untertanen ab, die ihnen Abgaben schuldeten. Der Fürst erkaufte sich die Loyalität seiner Edlen mit Geld und Weideland, denn wenn er es nicht tat, dann tat es vielleicht ein benachbarter Konkurrent.

Die Kelten lebten in unbefestigten Dörfern, hielten Tiere und bebauten Boden. Die Inselkelten vorwiegend in runden Häusern, während die Festlandkelten die viereckige Bauform bevorzugten. Gebaut wurde mit Holz, manchmal auch mit Stein. Einige der aufwendigsten Kunstgegenstände der Antike stammen von den Kelten. In der sogenannten Hallstattzeit von 800-450 v.Chr. entwickelten die Kelten einen ausgedehnten Handel mit Salz, Metallen, Kunst- und Gebrauchsgegenständen sowie Waffen. Ihre Beziehungen reichten von Nordeuropa bis nach Kleinasien und brachten ihnen einen gewissen Wohlstand ein. Die Geldwirtschaft wurde von den Römern und Griechen übernommen. Reichtum wurde zur Schau gestellt, was sich sowohl in den Gebrauchsgegenständen wie Eimern, Kesseln und Wagen wieder spiegelte als auch in beeindruckenden Kriegermonturen

Die Kelten hatten eine Vorliebe für bunte Kleidung und Schmuck. Man trug lange Hosen und Hemden (auch die Frauen) und Mäntel, die mit einer Fibel verschlossen waren. Ebenfalls wurden Gürtel getragen und es galt als Untat, wenn man so dick war, dass der Gürtel nicht mehr passte. Die Kelten hatten lange Haare und häufig Schnauzbärte. Die Festlandkelten waren sehr groß und muskulös, sowie meist blond oder rothaarig, während die Inselkelten kleiner und dunkelhaarig waren. Auf den Inseln war es sehr beliebt, sich zu tätowieren, mittels Kalkmilch Igelfrisuren zuzulegen und sich blau zu bemalen. Der Clan und der Familienverband hatte bei den Kelten immer einen hohen Stellenwert. Ein Stamm setzte sich aus mehreren Familien zusammen. Bei den Kelten hatten auch die Frauen gewisse Rechte, im Vergleich zu anderen Völkern. Teilweise hatten sie einen Stamm geführt, sie durften sich ihren Ehemann selbst aussuchen, sich scheiden lassen und wohl auch mehrere Liebhaber haben. Die Familie der Frau hatte bei der Erbfolge Vorrang vor dem Clan des Mannes.

Die Kelten waren sehr religiös. Sie verehrten sehr viele Götter und Göttinnen, Rituale spielten eine sehr große Rolle und untermauerten die heiligen Kräfte der Druiden. Aber sie unterstützten auch die Hierarchie der Häuptlinge und der Stämme. Die Vates bzw. die Filidhs waren den Druiden untergeordnet und führten ihre Befehle aus. Die Barden waren für die Literatur zuständig. Man vermutet dass sie wie die Druiden ein ähnlich hohes Ansehen in der keltischen Kultur genossen. Die Barden erzählten Geschichten über Helden oder wichtige Ereignisse der keltischen Geschichte. Sie benutzten dazu Verse und trugen sie wohl mit Hilfe der Leier vor. Die Druiden hatten in der Gesellschaft den höchsten Stellenwert. Sie galten als Halbgötter (Nachkommen des Gottes Dagda) und waren für die Durchführung der Riten und religiösen Zeremonien zuständig. Sie entschieden auch über Recht und Unrecht und waren außerdem für die Bildung zuständig. Sie führten die Opferungen durch und sorgten weiterhin dafür, dass den Göttern eine angemessene Verehrung zuteil wurde. Sie erstellten Kalender, beobachteten die Gestirne, befassten sich mit Genealogie und fungierten als Schiedsrichter bei Auseinandersetzungen zwischen den Stämmen. Durch die Abneigung der Kelten gegen alles Geschriebene (sie glaubten, alles Geschriebene würde sterben) erhielt sich die Macht der Druiden quasi von selbst, da Aussenstehende keinerlei Zugang zu ihrem Wissen hatten.

Die Kelten verehrten ihre Götter in vielerlei Gestalt. Zu Beginn lebten die Götter in Flüssen oder Felsen. Später stellte man sie in Gestalt eines Menschen dar, deren Statuen entweder den Göttern geopfert oder verehrt wurden. Die komplizierten Rituale führte man mit Hilfe von Druiden an heiligen Stätten (Nemeton)durch. Die keltischen Götter verkörpern einzelne Naturgewalten, die sich auch in den ihnen gewidmeten Heiligen Orten widerspiegelten. Solche Plätze befanden sich immer an besonderen Orten: in einem abgelegenen Hain, auf einer Insel, auf einem Berg oder in einem Moor. Die Steine, die den Göttern der Erde gehörten, waren ein Symbol für Fruchtbarkeit. An besonderen Steinen hielt man deshalb Fruchtbarkeitsrituale ab. Man gab in ihrer Gegenwart allerdings auch besonders wichtige Versprechen ab. Weiterhin wird das Königtum mit Steinen in Verbindung gebracht. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür stammt aus der Artussage, in der ein Stein das Schwert Excalibur festhält und es allein in die Hand des wahren Königs entlässt. Wasser war nach keltischem Glauben von besonders mächtigen Kräften beseelt, von Göttern, Ungeheuern und Riesen, die das Wasser durchaus auch manchmal verliessen. Weiterhin standen Kessel mit vielen Heiligen Plätzen in Verbindung. Als Zeichen des Gottes Dagda taucht er in vielen keltischen Mythen auf. Wahrscheinlich wurden sie von den Druiden genutzt um ihre rituellen Zaubertränke herzustellen.

Feste

Die Unterteilung des Jahres richtete sich bei den Kelten nach der Sonne und dem Mond. Man unterschied nur zwei, statt wie heute bei uns vier, Jahreszeiten. Der Sommer begann am 1. Mai im Anschluss an das "Fest von Beltene". Es fand zu Ehren des Feuers des Gottes Bel statt. An diesem Tag wurden alle Herdfeuer gelöscht und mit druidischem Feuer neu entzündet. Der Winter begann am 1 November, im Anschluss an das Samhainfest. Gleichzeitig war der 1. November der Beginn des neuen Jahres. Sommer und Winter unterteilte man durch zwei weitere Feste in je zwei Hälften. Das Fest Imbolc feierte man am 1. Februar. Es unterteilte den Winter und markierte den Zeitpunkt des Wiedererwachens auf der Erde (Frühling). Das Fest Lughnasadh begingen die Kelten am 1.August. Es teilte den Sommer und leitete die Zeit der Ernte (also den Herbst) ein. Das wichtigste unter all diesen Festen war Samhain. In dieser Nacht galten besondere Gesetze, der dünne Schleier der das Diesseits von der Anderswelt trennt wird aufgehoben. Lebende und Tote konnten ungehindert die Grenzen der Nachbarwelten überschreiten. Nach den alten Mythen fanden besondere Ereignisse häufig an diesem Tag statt, zum Beispiel die Schlacht von Mag Tured. Auch berühmte Könige und Helden starben an diesem Tag. Noch heute wird im angelsächsischen Sprachraum dieses Fest als "Tag der Toten" begangen, besser bekannt unter dem Namen Halloween.

Mythen

Viele Mythen fielen dem christlichen Einfluß zum Opfer und wurden verfälscht. Trotzdem weisen ihre Helden immer noch die Wesenszüge auf, die bei den Kelten als tugendhaft galten, oder sie haben Eigenschaften und zauberkräftige Hilfsmittel, die den alten Göttern zugeschrieben wurden. Von den meisten Geschichten sind über die Zeit verschiedene Versionen entstanden. Niemand kann mehr sagen welche die richtige ist, doch in wesentlichen Dingen gleichen sie sich. Die keltischen Mythen sind lang und kompliziert. Oft sind sie untereinander verflochten, so dass sie nur einen Teil eines viel größeren Epos darstellen. Obwohl die Kelten erst gegen Ende ihrer Existenz als Kultur eine eigene Schrift entwickelten und damit begannen Aufzeichnungen anzufertigen, gelten ihre Geschichten und ihre Erzählkunst als die erste Hochliteratur Europas.

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