Lach Luin
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Geschichten...

Geschichten aus der Ferne
Der Tag des Regenbogens

Geschrieben von : Tina

Wie viele andere unseres Volkes komme ich aus Connla und will Euch von meinem Leben berichten, das ich in unserem wunderschönen Hibernia geführt habe.

Connla, eine der ältesten Städte der keltischen Gemeinde, war mir immer sehr vertraut gewesen. Mit Freunden tummelte ich mich am Strand und wir erschlugen Ratten und diese vorlauten Lugradan - hihihi, fang mich doch! Es ist zwar nicht sehr vorbildlich, andere Wesen zu erschlagen, aber nun ja… mit den erbeuteten Sachen - vornehmlich Felle - besserten wir unseren Geldbeutel ein wenig auf. Das Geld wollten wir verwenden, um weit entfernte Freunde, die wir nur aus Briefen kannten, zu besuchen. Die Reisen zu Pferd sind sehr teuer für uns normale Bürger und laufen - herrje! Daran war nicht einmal zu denken.

Unsere Freunde erzählten uns in den Briefen großartige Geschichten. In Druim Ligen sollten sich die besten Kämpfer unseres Reiches regelmäßig zusammenfinden und ausziehen in die gefährlichen Grenzgebiete. Manchmal kamen auch stolze Krieger und Heiler zu uns, nach Connla. Teils um Besorgungen zu machen, teils um ihre Verwandten zu besuchen und die Bürger mit ihren Geschichten zu beeindrucken. Solche Geschichten wollte ich auch erleben! Vielleicht würde man dann ja auch mal meinen Namen nennen und kennen. Aber erstmal fehlten mir noch die nötigen Silbertaler, um überhaupt eine Reise zu unternehmen.

Als ich heranwuchs, erzählte man mir von einem Portal der Sylvaner. Dies war direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses - relativ gut erreichbar über die Brücke. Um dieses Portal rankten sich direkt die mysteriösesten Gerüchte. Angeblich gelangte man durch dieses Portal in ein riesiges Waldland, wunderschön sollte es sein - doch auch gefährlich! Die Reise durch das Portal jedoch war kostenlos und so beschloss ich, den Weg hindurch zu wagen. Mit einem Bündel und einem neuen Streitkolben bepackt betrat ich schließlich das Portal und kämpfte dort mit gemischten Gefühlen. Bis ich wieder richtig zu mir kam, erschienen mir zahlreiche Bilder in meinem Kopf: Große Bäume, die niedergebrannt und abgeholzt wurden, schreckliche Wesen, die in tiefen Höhlen lebten. Erschüttert von den vielen Eindrücken kam ich wieder zu mir und stand vor den Toren von Domnann, der Hauptstadt der Sylvaner, wie ich schnell erfahren sollte. Die Gastfreundschaft war groß, aber sogleich baten mich viele Leute um Hilfe, redeten von fernen Orten, großen Bedrohungen und dem weiten, weiten Land der Sylvaner. Auch traf ich viele Handwerker, die ihrer Arbeit nachgingen - und zahlreiche Bettler, die ebenso wie ich auf Reisen gehen wollten, aber dies aufgrund der fehlenden Silbertaler nicht konnten. Enttäuscht darüber, dass ich hier nichts ausrichten konnte, machte ich mich wieder auf nach Connla. Dort wurde ich überrascht, denn es wartete Besuch auf mich. Der Name des unerwarteten Gastes war Colater, ein junger Bogenschütze, der durch die Lande reiste und sich immer wieder freute, seine Pfeilspitzen in den Hintern der Feinde zu sehen. Er kam auf mich zu, lächelte mich an und drückte mir wie selbstverständlich ein paar Gold in die Hand. So viel Geld! Und er streckte seine Hand aus und sagte: „Komm mit mir, Illuina. Ich könnte dich gut gebrauchen auf meinen Wegen.“

Das war also der Augenblick, auf den ich lange gewartet hatte. Ich hatte Geld und einen erfahrenen Mann an meiner Seite um die Welt zu entdecken. Doch war ich dazu bereit? Als es noch ein verspielter Traum war, hatte ich noch keine Vorstellung, wie es sein würde - und jetzt? Jetzt musste ich mich entscheiden. Ich zweifelte an meinen Talenten, denn ich konnte nichts richtig… ein wenig heilen, ein wenig kämpfen, ein wenig zaubern um die Talente von anderen zu verstärken. Würde ich nicht eher nur eine Last sein? „Los, los, Illuina! Hege keine Selbstzweifel, ich zeige dir erstmal unsere Hauptstadt - die wird dir gefallen!“

Also auf zum Pferdehändler, den ich jahrelang nur träumerisch begutachtet hatte. Ich hatte es mir irgendwie spektakulärer vorgestellt, ein Pferd zu mieten - in Wirklichkeit war es aber ganz einfach und wenig aufregend. Aufregend jedoch war das Aufsitzen auf dem Pferd - keine Sekunde hielt ich mich im Sattel und fand mich unter Colaters breitem Grinsen auf dem Boden wieder. „Ich hoffe, der Händler gewährt dir noch ein zweites Pferd“ prustete er lachend hinaus. Dabei hatte ich mich doch nur elegant und tatkräftig auf das Pferd schwingen wollen…

Nach ein paar Tagen Reise, die auch eher ruhig verlief als spannend, sahen wir zuerst große Kuppeln. Colater sagte direkt: „Schau, Illuina, das ist Tir na nogh! Ist es nicht fantastisch?“ Und er hatte recht! Es war so beeindruckend, so groß, so voll. Auf den Straßen tummelten sich Händler, Abenteurer, Diebe, Handwerker, Persönlichkeiten aller Rassen. Ich hätte mich wahrscheinlich immer wieder verlaufen, wenn mir Colater keine Karte der Stadt gegeben hätte und mir mit weisen Worten erklärte, dass „Tir na nogh im Prinzip nur ein Kreis ist“. Er schickte mich sogleich auch zu einem Lehrer der Hüter, gelegen in einem kleinen Tunnel und sagte, dieser könnte mir helfen, meine Talente zu ergründen. Dies tat ich auch und er war ja sooo nett! Er weihte mich gleich in ein paar Sachen ein, zeigte mir, wie ich besser kämpfen und heilen könne und erteilte mir auch einen kleinen Auftrag, an dem ich wachsen könne. Colater schaute mich nach dem Besuch skeptisch an: „Also, wenn er dich das Bogenschießen auch noch lehren will, dann vergiss es! Das zeige ich dir!“ Vom Bogenschießen war bisher noch gar nicht die Rede gewesen, aber ruckzuck hatte ich einen Bogen in meiner Hand liegen - Colater hatte ihn extra für mich gekauft. „Und nun, Illuina? Was wollen wir entdecken? Warst du schon mal in Muire? Da sind Spinnen und gefährliche Mumien.“ Mir gruselte es. Spinnen????? Mumien???? „Gibt es denn hier keine Ratten und Lugradan mehr, die wir ärgern könnten?“ fragte ich voller Hoffnung auf etwas gewohntes. „Die treiben sich doch überall rum - sind wie die Pest. Hihihi… fang mich doch!“ Ich schmunzelte und Colater rannte aus dem Ostausgang hinaus, dass die Wachen schon fast dachten, er wäre ein Dieb und versuchte die Stadt schnell zu verlassen.

In den folgenden Wochen zeigte er mir alles und noch viel mehr. Ich hätte nicht gedacht, dass Hibernia sooooo groß sei. Wir mischten ein Curm-Camp nähe Mag Mell auf, erlösten Banshee-Wesen von ihrem Dasein und ich lernte die Spraggons kennen. Und ich bekam so viele neue Sachen! Die Spraggons trugen immer Steine mit sich herum, die so schön glitzerten. Ich wollte am liebsten alles behalten und schon nach kurzer Zeit waren meine Taschen so überfüllt, dass ich erstens nichts mehr darin wieder fand und zweitens nach jedem zweiten Schritt am liebsten tot zusammengebrochen wäre. Alles war immer noch ein großes Spiel, wenn wir über die weiten Wiesen und Wälder tobten und unsere Pfeile durch die Luft sausten….

Colater stellte mich auch seiner Gildengemeinschaft vor. Ich erhielt eine auf mich zugeschnittene Rüstung und durfte von nun an das Gildenwappen auf meinem Umhang tragen. Der Stolz war so unendlich groß, dass ich am liebsten geplatzt wäre. Aber geplatzt ist höchstens mein Rucksack und so trennte ich mich auch endlich von vielen gesammelten Dingen - außer von meinen silbernen Spielewürfeln. Mit der Aufnahme in die Gilde erwartete mich außerdem ein großes Erlebnis. Gemeinsam wollte man in die mir unbekannte Stadt Innis reisen und von dort in die Schluchten zu den Glimmerwesen reisen. Dass dort auch noch ein riesiger Drache hausen sollte, machte mir ein wenig Angst, schließlich war ich noch klein und unerfahren, während alle anderen Kelten, Elfen, Lurikeen und Firbolgs gut gerüstet an Erfahrung und Ausstattung waren. Unauffällig zwängte ich mich zwischen ihre Reihen und versuchte, möglichst wenig falsch zu machen. Lurikeen flitzten aufgeregt zwischen meinen Beinen umher, während ich zu den mächtigen Firbolgs aufschaute. Und dann waren sie da! Unmengen an Glitzer- und Glimmerwesen, und noch mehr davon, die den anderen Unmengen zur Hilfe eilten. Doch meine Intuition hatte mich nicht getäuscht! Die Gildenkrieger und - zauberer waren erfahren und noch bevor ich mehr als 10 Gegner zählen konnte, lagen sie auch schon tot am Boden und die Lurikeen tanzen fröhlich umher. Mit reicher Beute kehrten wir später wieder in Mag Mell ein und ich schlief so lange wie seit Ewigkeiten nicht mehr.

Doch gleich am nächsten Tag trieb es Colater wieder raus in die Natur. „Hast du schon von Moher gehört? Dort gibt es Echsenhühnchen - schmecken sehr gut!“ Sie schmeckten in der Tat gut, allerdings waren sie auch ziemlich schnell im Laufen und so manches Mal hetzten wir mit einigen Hühnchen im Nacken über die Prärie, glucksend lachend, sobald wir uns wieder in Sicherheit befanden. Unsere Fähigkeiten verbesserten sich von Tag zu Tag und bei meinen Besuchen in Tir na nogh lobte mich mein Lehrer ob der Fortschritte, die ich machte. Von meinem gesammelten Gold konnte ich mir eine noch bessere Rüstung leisten und schließlich schlug Colater vor, doch mal die Funkelmine zu besuchen. Dort sollten nicht nur gefährliche Monster lauern und nur auf Gestalten wie uns warten, sondern man konnte dort wohl auch hervorragend zu Geld kommen. Dies schienen wohl auch eine Menge Leute zu wissen, denn gleich am Eingang trafen wir zahlreiche Hibernianer, die sich uns anschließen wollten oder mit ihren Leuten in die Tiefen voranschritten. So war es gar nicht mal so einfach überhaupt Monster zu finden und Colater überlegte schon, ob es nicht lohnenswerter sei, die kämpfenden Leute einfach zu beklauen…

Auch eine andere Höhle reizte uns. Ihr Name war Darkness Falls - ein unglaublich großes unterirdisches System, von Dämonen regiert. Hier hatten wir auch unsere erste Bekanntschaft mit Nicht-Hibernianern. Natürlich war mir der große Krieg bekannt, der zwischen Albion, Midgard und Hibernia herrschte. Aber nie war er so präsent, wie an diesem Tag, als wir durch Darkness Falls flüchteten, den Atem der Feinde schon im Nacken und mit der Angst, an der nächsten Ecke auf einen Dämonen zu treffen. Aufgeregt und erschöpft ließen wir den Tag wieder mal in Mag Mell ausklingen. Ich bin mir sicher, dass der Hügel den schönsten Ausblick in ganz Hibernia zeigt. Die leuchtenden Kuppeln von Tir na Nogh, die die Abendsonne widerspiegeln und jeden Abend eine andere Geschichte von Helden erzählen. Und wir erzählten uns unsere eigenen Geschichten, lachten und weinten.

Eines Tages sagte Colater: „Mach mal die Augen zu, ich habe eine Überraschung für dich!“. Mit geschlossenen Augen nahm er mich an die Hand und führte mich einige Stufen hinauf. Als ich sie wieder öffnete, befanden wir uns auf dem Turm von Mag Mell - die Abendsonne im Rücken - und vor mir kniete Colater und hielt mir eine nagelneue, wunderschöne Rüstung entgegen. „Illuina Sinnesfrau, hiermit möchte ich dich fragen, ob du meine Frau werden willst“ - ich war baff! War das ein Heiratsantrag? Ja? Ja! Ja! Colater und ich würde also heiraten, den Termin legten wir erstmal in die Zukunft, mussten doch noch Trauzeugen, ein geeigneter Ort und ein Priester gesucht werden.

So kamen und gingen die Tage so wie die Leute, die wir kennen lernten. Bis wir eine kleine Gemeinschaft um uns gescharrt hatten, die für unsere Hochzeit gut erschien. So bauten wir im Frühlingswald ein Haus mit wunderschönem Garten und Khel, der Harfner traute uns in einer beeindruckenden Zeremonie. Mir kommen jetzt noch die Tränen, wenn ich an die lustigen Worte der Trauzeugin Troublebabe denke… und auch Goradur fand die richtigen Worte, um uns mit Glückwünschen zu versehen. Es war ohne zu Übertreiben einer der schönsten Tage in Hibernia.

Als wir uns endlich reif fühlten, viele Freundschaften auch außerhalb der Gilde geschlossen hatten, begaben wir uns nach Druim Ligen um uns dort einer großen Angriffswelle auf Albionische Burgen anzuschließen. Der Erfolg war mäßig, viele Freunde fielen in den Kämpfen. Erschreckt durch die vielen Verluste widmete ich mich in unserem Heim immer mehr der Alchimie und Colater und ich verließen kaum noch den Frühlingswald, als ich schließlich schwanger wurde und die kleine Lyqa und Elothwina zur Welt kamen. Mit ihren Freunden waren sie es, die von diesen Tagen an Ratten erschlugen, Kekse klauten und wie die Lugradans riefen: hihihi, fang mich doch!

Hibernia, das ist meine Heimat, mein Herz wird immer den großen Bäumen, den grünen Wiesen und den Kuppeln von Tir na nogh mit all den Träumen, die sich darin widerspiegeln gehören. Und vielleicht seht ja auch ihr über dem Frühlingswald den wunderschönen Regenbogen, der mit allen Farben unsere Abenteuer und unsere Liebe zu Hibernia und seinen Einwohnern erzählt…..

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